Scorpions gegen Indians: Eishockey im 96-Stadion trotz Energiekrise? | NDR.de – Sport

Stand: 19.11.2022 10:45

In einem Monat wird das Fußballstadion von Hannover 96 zur Eishockey-Arena. Das Stadtderby Hannover Scorpions vs. Hannover Indians wird auf einer Eisfläche im Freien ausgetragen. In Zeiten der Energiekrise erntete das Großprojekt nicht nur Applaus.

von Matthäus Heidrich

Live-Musik mit „Fury in the Slaughterhouse“ oder „Culcha Candela“, Stars auf Schlittschuhen und nicht zuletzt das Stadtduell in der Oberliga Nord zwischen den Scorpions und den Indians: Auf Eishockey-Fans wartet am 17. Dezember ein reichhaltiges Programm in 96 Arenen – und es verbraucht viel Energie.

4.500 Kilowattstunden pro Tag

Rund 4.500 Kilowattstunden Strom werden täglich verbraucht, um die Eisfläche zu kühlen, die für das „Open-Air“-Event aufgebaut wird. Im Durchschnitt reicht das für einen Single-Haushalt für das ganze Jahr. Dass angesichts der Energiekrise Kritik an der seit Jahren akribisch organisierten Open-Air-Kundgebung laut wird, verwundert nicht.

Die Stadtregierung unter Führung des grünen Bürgermeisters Belit Onay ist wenig begeistert, appelliert aber an die Bevölkerung, jede eingesparte Kilowattstunde zählen zu lassen.

Auf den Straßen Hannovers gehen die Meinungen auseinander. „Ich kann verstehen, dass das eine große Veranstaltung ist, aber im Moment mache ich das lieber nicht“, sagt einer. Ein anderer sieht die Bedeutung „für viele Menschen, positive Momente zu haben und sie zu genießen“.

Dieselgeneratoren statt Strom aus dem Netz

„Die Diskussion ist berechtigt“, sagt Nico Röger, Intendant des Veranstalters „Hannover Concerts“. „Aber ich denke, wir würden wieder die gleiche Entscheidung treffen. Wir befinden uns seit zwei, drei Jahren in einer schwierigen Zeit und wollen den Menschen etwas Schönes bieten.“

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Außerdem haben Röger und Co. Für den Betrieb der energiehungrigen Eisbahn, deren Bau zwei Wochen vor der Veranstaltung beginnt, wollen sie nicht das städtische Stromnetz anzapfen, sondern Dieselgeneratoren einsetzen.

Mehr als 25.000 Tickets wurden bereits verkauft

Die Idee von „Outdoor-Eishockey“ nach nordamerikanischem Vorbild kommt bei den Fans auf jeden Fall an. Laut Röger wurden bereits mehr als 25.000 Tickets verkauft. Auch Scorpions-Stürmer Allan McPherson kann es kaum erwarten und fühlt sich an seine Anfangszeit erinnert. „Als wir Kinder waren, haben wir in Kanada viel Outdoor-Hockey gespielt. Das bald wieder vor großem Publikum zu tun, ist etwas Besonderes.“

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McPherson scheint die Indianer zu belügen. Beim 5:2-Sieg gegen den Stadtrivalen erzielte der Topmann des Tabellenführers am Freitagabend drei Tore. 4.608 Zuschauer verfolgten das Stadtderby in der Eisbahn von Konjska kula. In einem Monat werden es im Freien mindestens fünfmal mehr sein.

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen 17.11.2022. | 19:30 Uhr

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