Neue Luftangriffe auf Süden: Deutsche MARS und Panzerhaubitzen treffen in Ukraine ein

Neue Luftangriffe im Süden
Deutsche MARS und selbstfahrende Haubitzen treffen in der Ukraine ein

Der ukrainische Präsident Selenskyj spricht von einem beispiellosen Angriff auf die Energieversorgung seines Landes. Auch der Süden und das Gebiet um Kiew werden nachts beschossen. Inzwischen erreichen weitere Waffen aus Deutschland die Ukraine.

Die Ukraine kann im Krieg gegen Russland auf mehr Waffen aus Deutschland zählen. Wie die Bundesregierung in ihrem aktuellen Wehrdienstbericht mitteilt, wurden vier weitere Panzerhaubitzen 2000 und zwei weitere Mehrantriebsraketenwerfer MARS II an die ukrainischen Streitkräfte übergeben.

Diese erhielten zuvor zehn Haubitzen und drei MARS-II-Raketensysteme. Den Angaben zufolge erreichten auch zwei Überwasserdrohnen aus Deutschland die Ukraine. Bundespräsident Steinmeier hat die neuen Lieferungen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bei seinem Besuch in der Ukraine am Dienstag zugesagt.

In dem Gespräch dankte Zelenskyj jedoch Deutschland für die Lieferung des Luftverteidigungssystems Iris-T und betonte, dass Iris-T für sein Land “wirklich eine Priorität” sei. So können damit beispielsweise russische Raketen und Marschflugkörper bekämpft werden, aber auch feindliche Flugzeuge und Helikopter aus der Luft geholt werden.

Nach Angaben der ukrainischen Behörden hat die russische Armee in der Nacht erneut Ziele in der Nähe der Hauptstadt Kiew aus der Luft angegriffen. Auf eine Gemeinde sei geschossen worden, sagte Gouverneur Oleksiy Kuleba auf Telegram, ohne den Ort zu nennen. Dort sind Rettungskräfte im Einsatz. Einige der ankommenden Raketen wurden abgefangen.

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Ein Wohnhaus in Kiew ist wegen eines Stromausfalls nicht beleuchtet.

(Foto: picture alliance/dpa/Ukrinform)

Zwei Stunden vor Mitternacht hat das russische Militär mehr als 20 iranische Shahed-136-Kampfdrohnen über der Südukraine gestartet, teilte die ukrainische Luftwaffe mit. 19 von ihnen wurden abgeschossen, die meisten über der Region Odessa.

Drohnenangriff auf Kraftwerk

Ein Kraftwerk in Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim sei ebenfalls von einer Drohne angegriffen worden, teilten die Behörden mit. Das teilte Stadtoberhaupt Mikhail Raswoschaejew mit. Ein Transformator wurde in Brand gesteckt, war aber zu diesem Zeitpunkt nicht ans Netz angeschlossen. Verletzt wurde niemand, die Stromversorgung der Hafenstadt wurde nicht beeinträchtigt. Die Drohne sei abgefangen worden, als sie sich dem Kraftwerk näherte, schrieb der Stadtdirektor auf Telegram.

Sewastopol ist wichtig als Stützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte. Auf der seit 2014 von Russland beanspruchten Halbinsel gab es mehrere Explosionen in Militäranlagen und Drohnenangriffe. Die Ukraine verpflichtet sich dazu nicht offiziell. Aber die Vorfälle deuten darauf hin, dass Kiew die Fähigkeit hat, weit hinter der Front anzugreifen.

Selenskyj bezeichnete die russischen Luftangriffe als einen beispiellosen Angriff auf die Energieversorgung seines Landes. Er warnte vor drohenden flächendeckenden Stromausfällen im ganzen Land und appellierte an die Bevölkerung, Energie zu sparen. „Russische Terroristen haben so schwierige Bedingungen für unsere Energiearbeiter geschaffen, dass niemand in Europa so etwas jemals gesehen oder erlebt hat“, sagte Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache am Mittwoch mit Blick auf die russischen Luftangriffe.

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