Meta Quest Pro im Test: Die Zukunft des Zwinkerns

Dies ist MetaQuest Pro. Facebook ist Metas neuestes Super-Headset für das METAVERSE. Ok, die Wahrheit ist, dass es natürlich noch kein Metaverse gibt, aber Quest Pro sollte ein weiterer Schritt in diese Richtung sein. Technisch gesehen ist es das erste Meta-Headset, das eine echte VR-Farbumgebung bringt und räumlich genau ist. So in der Lage, VR und reale Welt zu kombinieren. Was ziemlich beeindruckend ist. Aber nicht noch einmal. Dazu später mehr.

Außerdem verfügt Quest Pro erstmals über ein Schüler-Tracking und kann meinen Gesichtsausdruck in Echtzeit auf meinen Avatar übertragen. Kosten: Satte 1800 Euro. Ein paar Wochen zuvor hat auch Bytedance (ja, das ist von TikTok) ein Headset auf den Markt gebracht: Das Pico 4, und das hat auch ein farbiges Real-World-Display – kostet aber nur 430 Euro. Wir haben beide Headsets getestet. Und keine Sorge: Falls Sie keine Ahnung von VR haben, sondern einfach nur wissen wollen, wie es in diesem gehypten Metaversum weitergeht und was es mit Headsets zu tun hat: Bleiben Sie dran, ich versuche es wirklich – auch erklären.

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Wir haben zwei neue Headsets getestet; nämlich die Meta Quest Pro und die Pico 4. Wir haben die Quest Pro gekauft, die Pico 4 wurde von der Pico ausgeliehen. Beides sind die sogenannten AUTONOMOUS VR-Headsets, wie das 2020 erschienene Meta Quest 2 und das Pico Neo Link 3 und Vive Focus aus dem Jahr 2021. Alle diese Headsets können die Bilder, die sie zeigen, selbst berechnen, ohne dass Sie eine Verbindung zu einem PC herstellen müssen oder Smartphone. Die Software wird aus den herstellereigenen App-Stores direkt auf die Brille geladen. Aus technischer Sicht sind es die Android-Apps, die dort laufen – alle ausreichend guten Headsets verwenden Android. Und es sind nicht nur Gaming-Headsets. In den App-Stores von Meta und Pico gibt es jede Menge Spiele, aber auch jede Menge „Business“-Software, d. h. vor allem Apps, mit denen man Meetings in VR abhalten oder den eigenen PC-Desktop in VR bringen kann, um zum Beispiel zu arbeiten. Dazu haben wir vor einiger Zeit ein Video gemacht.

Also, und jetzt mit den beiden getesteten Headsets, was ist das Besondere an ihnen? Ich habe vier Dinge gefunden, die sehr wichtig sind.

– 1. Schmeichelhafte Linsen

Genau, die Headsets sehen anders aus, sie sind vorne nicht mehr tief, weil sie flachere, sogenannte „Pancake“-Linsen verwenden. Dadurch wird der Abstand zwischen den Augen und dem Display kleiner, man hat kein riesiges Brikett mehr vor dem Kopf. Sie können es hier deutlich sehen, wenn Sie die Quest 2 mit den Fresnel-Linsen dort einsetzen. Fresnel-Linsen sind nicht nur höher, sondern haben auch einige Nachteile wie den sogenannten „God-ray“, also Lichtreflexe. Den Pancake-Linsen von Quest Pro und Pico 4 ist es aber egal, wo man das Headset aufsetzt und denkt: WOW, ALLES IST BESSER, aber man muss sich die Vorteile merken.

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– 2. Farbdurchlauf

Alle autarken Headsets orientieren sich über außen am Haus angebrachte Kameras im Raum und wissen so immer, wo sie sich befinden. Sie können das Bild dieser Kameras nicht nur zum Tracking verwenden, sondern auch auf dem Display anzeigen. Allerdings war das Bild bisher immer schwarz-weiß – dass man beispielsweise in Quest 2 den Eindruck bekommt, in der realen Welt zu suchen; also nein, das geht nicht. Und jetzt kommen Quest Pro und Pico 4 – beide zeigen die reale Welt in Farbe. Das war für mich der erste Wow-Effekt nach dem Auftragen; es sieht definitiv besser aus als dieses matschige Schwarz-Weiß-Rendering. Ironischerweise war ich anfangs von der Pico 4-Passthrough mehr beeindruckt als von der Quest Pro-Passthrough. Denn die Bildqualität scheint erstmal besser zu sein, bessere Farben und vor allem keine schlimme Überbelichtung wie bei Quest Pro, wo man weiß sieht, auch wenn die Bildinformationen noch da sind. ABER: Pico 4-Bild hat keine Tiefeninformationen, aber, ja, flach. Es sieht alles komisch künstlich aus, wenn man es bewegt, und die Skalierung stimmt auch nicht, zum Beispiel sind meine Hände zu klein. Noch wichtiger ist, dass der Pico 4 mit einem Passthrough-Bild nicht viel mehr anfangen kann, als es nur anzuzeigen, entweder als Spielerei oder als Leitfaden.

Bei Quest Pro ist es eine ganz andere Sportart: Es gibt bereits eine Reihe von Apps, die virtuelle und reale Realität kombinieren können. Sehr deutlich wird dies in dem kurzen Theaterstück „Ich erwarte, dass du stirbst – Home sweet home“. Zunächst befindet man sich komplett in einer virtuellen Welt, zumal man in einer Holzkiste steht. Aber irgendwann wirst du prüfen, ob es dort Schieberegler gibt – naja, und wenn du sie ablehnst, siehst du deine eigene ECHTE Umgebung aus der virtuellen Holzkiste. Es ist verrückt! Auch sehr cool: Wooorld, wo man ein 3D-Modell der realen Welt auf dem eigenen Tisch verteilen kann. Zusammenfassend: Die Integration der realen Umgebung des Pico 4 ist mehr Schein als in Wirklichkeit, beim Quest Pro hat sie Potenzial. Ich hoffe jedoch, dass Meta in Zukunft die Bildqualität per Software verbessern wird, daher ist dies geringfügig.

– 3. Gesichts- und Augenverfolgung

Tja, und ab jetzt ist der Pico komplett weg, das kann nur noch der Quest Pro: Und der hat nicht nur 5 Kameras, die nach außen zeigen, sondern auch fünf Kameras, die nach innen zeigen. Drei davon zeichnen die Augen nach, die anderen beiden die Mimik. Diese Infrarotkameras, dunkel im Headset. Tja, und das ist eigentlich ein – theoretischer – Riesenschritt in Richtung „Work Metaverse“ oder Social VR im Allgemeinen. Ich habe bereits in einigen Videos gesagt, dass ich virtuelle VR-Meetings gegenüber Zoom- oder Teams-Videokonferenzen bevorzuge. Weil ich mich in einen der Kameraabschnitte quetschen musste, durfte ich nicht herumlaufen und mich beobachtet fühlen, weil ich vielleicht einen Krümel im Mund oder so hatte. In VR kann ich mich frei bewegen und das Beste ist, dass ich es überhaupt nicht sehen kann, nur als Avatar. Und er sieht so aus wie ich will und hat keinen Krümel im Mund (wenn ich nicht will). Oh, und jetzt gibt es ECHTE Gesichtsausdrücke, das macht das Ganze lebendiger. Meta-Avatare sehen lächerlich aus und Mark Zuckerberg hat dafür viel gelacht, aber hey, es wird besser. Es gibt nicht viel Software, die dies unterstützt, aber es ist klar, dass Metaverse-Meetings ohne Gesichtsausdruck-Verfolgung nicht erfasst werden können. Das wird also eine Standardfunktion sein, denke ich. Wie Sie hier sehen können, besteht noch Optimierungsbedarf, die Mimikübertragung ist noch nicht perfekt.

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– 4. selbstnachführender Controller

Und noch ein Feature, das nur das Quest Pro hat: Als erstes autarkes Headset haben die Handcontroller eigene Tracking-Kameras eingebaut, sodass sich die Controller unabhängig vom Raum orientieren. Bei bisherigen Headsets funktionierte das so, dass die Kameras des Headsets die Controller verfolgten. Was natürlich bedeutet, dass die Controller beispielsweise nicht sichtbar sind, wenn Sie sich dahinter befinden. Oder wenn Sie einen mit einem anderen Controller abdecken. Außerdem benötigen selbstverfolgende Controller diese Ringe nicht mehr, was bedeutet, dass Sie sie dem Wetter näher bringen können, ohne sie auszuspucken. Allerdings haben die Quest Pro Controller den Nachteil, dass es länger dauert, bis das Headset sie erkennt. Ich finde es nicht schlecht, aber ich mag das Gefühl, dh die Vibrationsmotoren dort, besser als die älteren Quest 2-Controller. Übrigens: Man kann die Pro-Controller auch einzeln für 350 Euro kaufen und mit dem Quest 2 betreiben. Man muss aber bedenken, dass der Quest 2 inklusive Controller 450 Euro kostet, hmm.

– Ergonomie

Ich fand den Tragekomfort des Quest Pro recht nah dran. Es hat wirklich das Design des Stirnbandes, also liegt auch ein wenig Gewicht auf dem Rücken und nicht alles auf dem Gesicht, aber nach einer Weile fing ich an, Schmerzen in der Stirn zu haben. Ich fand, dass die Quest 2 einen elitäreren Riemen hat und die Pico 4 angenehmer zu tragen ist. Hinzu kommt die super seltsame Entscheidung, das untere Sichtfeld des Quest Pro offen zu lassen – damit Sie Ihre Umgebung sehen können, wenn Sie sich in VR befinden, was etwas umständlich ist. Es werden nur Gummilaschen zur Verfügung gestellt, um die Seiten abzudichten, nicht den Boden. Dafür müssen Sie 50 Euro extra bezahlen.

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Und die eigentlich praktische Ladeplatte gibt es leider nicht mehr mit der allgemeinen Trommelgummiklappe. Ja genau, das Quest Pro hat eine Ladestation, wo man das Headset und den Controller zum Laden platzieren kann. Allerdings muss man etwas üben, was ich anfangs etwas umständlich fand, um die Kontakte richtig zu treffen.

Fazit

Klar: Mit in VR integrierbarem Mimik- und Eye-Tracking sowie Real-World-Passthrough erhält Meta Quest Pro erstmals Funktionen, die sich sicher langfristig zum Standard entwickeln werden. ABER: Da dies das erste Headset ist, das es hat, gibt es noch nicht viele Apps dafür – gerade beim Mimik-Tracking ist das alles ziemlich mies. Zum Beispiel die stark kritisierte Horizon Worlds Metaverse About Meta App, ohne VPN würde es hierzulande die businessorientierten Horizon Workrooms nicht geben. Aber trotzdem: Interessant wird das Headset für Leute, die mit Mimik-Tracking experimentieren und reale und virtuelle Welt kombinieren wollen. Für „normale“ VR-Anwendungen lohnt sich der vierfache Aufpreis gegenüber dem Quest 2 meiner Meinung nach nicht, trotz kleiner Verbesserungen wie Pancake-Linsen, etwas farbigeren Displays oder einem selbstnachführenden Controller. Ach ja: Quest Pro ist wie Quest 2 aufgrund von Konflikten mit dem Kartellamt nicht offiziell in Deutschland erhältlich. Aber man kann sie ohne Aufpreis von Amazon Frankreich nach Deutschland bestellen, so habe ich es gemacht.

Und was ist mit dem Pico 4? Ja, es hat auch einige Verbesserungen im Vergleich zum Quest 2, wie z. B. eine flachere Linse und eine farbige Passthrough. Aber: Da der Pico-App-Store weniger Optionen bietet als der Meta, würde ich den meisten Leuten dennoch den Quest 2 empfehlen. Das sind vor allem die exklusiven, von Meta finanzierten Apps mit extrem hohen Produktionswerten. Es ist also nur so etwas wie Beat Sabre, Resident Evil 4 oder Lone Echo, und keines davon ist auf dem Pico. Hier noch eine Vergleichstabelle mit vier aktuell relevanten Stand-Alone-Headsets, drücken Sie auf Pause und sehen Sie selbst, welche Funktionen Ihnen wichtig sind.

Ach ja, und übrigens: Selbst für Leute, die Meta als problematisches Unternehmen betrachten, ist Pico vielleicht nicht die beste Alternative – denn Bytedance – wie gesagt, sie machen Tiktok – kann als das geringste Problem angesehen werden. Oder wie siehst du das? Wiedersehen!

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