Messerattacke in Zug von Kiel nach Hamburg: Zwei Tote in Brokstedt | NDR.de – Nachrichten

Stand: 25.01.2023 21:10 Uhr

Am Mittwochnachmittag griff ein Mann im Zug von Kiel nach Hamburg andere Fahrgäste mit einem Messer an. Er wurde festgenommen und zwei Menschen starben.

Bei einem Messerangriff eines Mannes auf Fahrgäste in einem Regionalexpress von Kiel nach Hamburg sind am Mittwoch zwei Menschen ums Leben gekommen. Wie die Polizei in Itzehoe am Mittwochabend mitteilte, erlitten drei weitere Personen schwere Verletzungen. Vier Personen wurden leicht verletzt. Den Angaben zufolge griff der Mann kurz vor 15 Uhr vor Ankunft am Bahnhof Brokstedt (Kreis Steinburg) Reisende mit einem Messer an.

Mutmaßlicher Täter festgenommen

Ein Tatort am Bahnhof Brokstedt (Kreis Steinburg).  ©Daniel Friedrichs

Der Tatort am Bahnhof Brokstedt am Mittwochabend.

Nach Angaben der Behörden nahm die Polizei einen 33-jährigen Mann fest. Auch er wurde bei dem Angriff verletzt – er liegt nun in einem Krankenhaus in Neumünster und soll schnellstmöglich vernommen werden. Berichten zufolge halfen Ersthelfer bei seiner Festnahme. Wie der NDR aus Ermittlungskreisen erfuhr, war der Mann mit ungeklärter Nationalität vor rund acht Jahren aus Gaza nach Deutschland gekommen. Seitdem ist er mehrfach strafrechtlich aufgefallen, politisch motivierte Taten waren aber offenbar nicht darunter. Nach Angaben von Schleswig-Holsteins Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU) saß er bis vor wenigen Tagen in Haft und kam nach Verbüßung seiner Haftstrafe wieder frei.

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Sütterlin-Waack will am Donnerstag um 09:00 Uhr eine Pressekonferenz zum Messerangriff abhalten. NDR.de überträgt es im Livestream.

„Zu den Hintergründen der Tat konnten wir noch nichts sagen, wir sind dabei, uns einen Überblick über das gesamte Einsatzgebiet zu verschaffen“, sagte die Polizeisprecherin der Polizeiinspektion Itzehoe, Astrid Heidorn, der Polizei . Tatort. „Wir haben um 14.55 Uhr einen Notruf erhalten – es gab eine Reihe von Notrufen von Passagieren, weil dieser Mann Passagiere mit einer Stichwaffe angegriffen hat.“ Die Polizei fuhr daraufhin los und der Zug hielt im Bahnhofsbereich Brokstedt. „Wir wissen noch nicht, wie viele Fahrgäste im Zug waren, sie werden erst einmal versorgt“, so der Sprecher weiter, „wir haben noch keine Identitäten der Verletzten und Toten. Das muss alles abgeklärt werden.“ Auch ein Rettungshubschrauber wurde eingesetzt. Der Bahnhof wurde wegen Polizeimaßnahmen geschlossen, laut Bahn kommt es im Fernverkehr zwischen Hamburg und Kiel bzw. Neumünster zu Zugausfällen. Kurz vor 20:00 Uhr verließ der Zug den Bahnhof Brokstedt.

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Innenminister von Aktion geschockt

Spurensicherungsteams untersuchen einen Tatort am Bahnhof Brokstedt (Kreis Steinburg) nach einem Messerangriff auf einen Regionalzug.  © NDR Foto: Laske, Kevin

Spurensicherungsteams untersuchen den Tatort am Bahnhof Brokstedt (Kreis Steinburg) nach einer Messerattacke in einem Regionalzug von Kiel nach Hamburg.

„Es ist sehr schrecklich“, sagte Innenministerin Sütterlin-Waack am Nachmittag, als sie sich erstmals zu der Tat äußerte, „wir sind sehr erschüttert und erschüttert, dass so etwas passiert ist.“ Die Landespolizei und die Bundespolizei sind vor Ort, die Staatsanwaltschaft ermittelt. Inzwischen ist der Innenminister in Brokstedt eingetroffen. Sie dankte den Polizisten, die den Täter festgenommen hatten, und allen Rettungskräften, die die Verletzten versorgten. „Für mich ist klar, dass die schreckliche Tat gegen die gesamte Menschlichkeit gerichtet ist“, sagte Sütterlin-Waack am Einsatzort.

Auch Daniel Günther (CDU) äußerte sich an diesem Abend dazu. „Ich habe diese Nachricht mit tiefer Trauer und Bestürzung aufgenommen – diese sinnlose Tat, die zwei Menschen das Leben gekostet und viele andere verletzt hat“, sagte der Ministerpräsident, „meine Gedanken und Gebete sind bei den Menschen, bei den Familienmitgliedern in dieser wirklich schweren Zeit Lage.” Günther bedankte sich bei den Einsatzkräften vor Ort, der Polizei und allen, die sich um die Insassen und Verletzten kümmern: „Wir werden alles tun – Polizei, Staatsanwaltschaft – dass schnell aufgeklärt wird – die Hintergründe dieses Schrecklichen Tat“, sagte Günther und kündigte an, sich ausführlich zu äußern, sollte es weitere Neuigkeiten geben. „Schleswig-Holstein trauert, es ist ein schrecklicher Tag, schrecklich, was da an dieser Stelle passiert ist“, schloss er.

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Justizministerin von der Decken: Hilfsangebote für Opfer

Schleswig-Holsteins Justizministerin Kerstin von der Decken (CDU) verwies an diesem Abend auf Hilfsangebote für die Opfer. Für Betroffene der Messerattacke gibt es eine Hotline, die die Polizeidirektion Itzehoe unter (04821) 60 22 100 eingerichtet hat. „Ich bin absolut erschüttert von den Ereignissen in Brokstedt“, sagt der Minister, „den Opfern und ihren Angehörigen gilt mein tiefstes Mitgefühl.“

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Golf Nord | Neues für Schleswig-Holstein | 25.01.2023 | 19:30 Uhr

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