Gute Quartalszahlen: Bayer-Aktie dennoch tiefer: Bayer verkündet Umsatzsteigerung und bekräftigt Jahresprognose | Nachricht

Bei den rezeptfreien Arzneimitteln verkauften sich vor allem Erkältungs- und Allergiemedikamente gut. Der Konzern bestätigte seinen währungsbereinigten Ausblick für das Jahr – erwartet nun aber einen etwas größeren Rückenwind in Bezug auf den nominalen Umsatz, aber einen etwas größeren Gegenwind in Bezug auf die operative Marge. Analyst Richard Vosser von der US-Bank JPMorgan erwartet einen Rückgang der Konsensschätzung. Aktien gerieten unter Druck.

Im XETRA-Handel verlor die Bayer-Aktie schließlich 4,75 Prozent auf 51,70 Euro. Seit seinen Tiefstständen Anfang Oktober hat er zuvor zeitweise um rund 17 Prozent zugelegt. Für das Jahr 2022 steht noch ein Plus von rund zwölf Prozent in der Preisliste, was Platz zwei im deutschen Leitindex bedeutet.

Mit Blick auf das abgelaufene dritte Quartal wirkten sich Wechselkurse zwar positiv auf den Umsatz, aber negativ auf das Ergebnis aus, erklärte Finanzvorstand Wolfgang Nickl auf einer Pressekonferenz zu den Daten. Dies ist auf saisonal niedrige Umsätze in den USA mit hoher Kostenbasis sowie auf Anpassungen aufgrund der extrem hohen Inflation in Argentinien und der Türkei zurückzuführen.

Bereinigt um Wechselkurseffekte rechnet Bayer für 2022 unverändert mit einem Umsatz zwischen 47 und 48 Milliarden Euro. Allerdings sieht Nickl nun Rückenwind aus Währungseffekten von rund 3,5 Milliarden Euro (vorher 3 Milliarden), was zu einem nominalen Umsatz von 50,5 bis 51,5 Milliarden Euro führen würde.

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Die um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnismarge (ebitda-Marge) soll währungsbereinigt weiterhin bei rund 26 bis 27 Prozent liegen, was absolut rund 12,5 Milliarden Euro entspricht. Nominell rechnet Nickl nun aber mit einer Wechselkursbelastung von rund 0,7 Prozentpunkten, zuvor 0,4 Punkten.

Im abgelaufenen dritten Quartal schnitt Bayer jedoch besser ab, als Analysten dachten. Neben einem guten Start in die Pflanzsaison in Lateinamerika profitierten die Leverkusener auch vom anhaltend hohen Preis des Unkrautvernichters Glyphosat. Das Wachstum des Geschäftsbereichs wurde jedoch ausschließlich von höheren Verkaufspreisen und dem Ansturm der Wechselkurse getragen, und der Umsatz ging zurück. Landwirte in Nordamerika haben zum Beispiel ziemlich viel Saatmais zurückgegeben.

Finanzvorstand Nickl wies auch darauf hin, dass die außergewöhnlich hohen Glyphosatpreise im dritten Quartal bereits im Vergleich zum ersten Halbjahr 2022 zurückgegangen seien. Im Schlussquartal dürften sie weiter sinken.

Im Pharmageschäft wuchsen die Verkäufe des neuen Krebsmedikaments Nubeqa deutlich, und auch das etablierte Augenmedikament Eylea entwickelte sich gut. Die Aussichten für das milliardenschwere Medikament haben sich erst kürzlich verbessert. Daten aus der im September veröffentlichten Studie lassen hoffen, dass das Medikament in einer höheren Dosierung mit längeren Pausen zwischen unangenehmen Injektionen zugelassen wird. Eine Zulassung würde die Wettbewerbsposition des Unternehmens deutlich stärken, da der Patentschutz für die derzeit niedrigere Dosierung bei häufigerer Verabreichung in wenigen Jahren ausläuft.

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Der Umsatz eines weiteren milliardenschweren Medikaments, des Gerinnungshemmers Xarelto, ging zurück. Aufgrund der mengenorientierten Einkaufspolitik des Landes lastet weiterhin der Preisdruck in China. Nach Ablauf des Patentschutzes zwingt dies viele Unternehmen zu kräftigen Preissenkungen, wenn sie überhaupt etwas verkaufen wollen. Darüber hinaus wurden die Verkäufe durch die umfangreichen Coronavirus-Beschränkungen des Landes behindert.

Insgesamt steigerte Bayer den Umsatz im dritten Quartal um gut 15 Prozent auf 11,3 Milliarden Euro. Aus eigener Kraft – also bereinigt um Wechselkurseffekte und Portfolioveränderungen – betrug der Anstieg knapp sechs Prozent. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) schoss um gut 17 Prozent auf 2,45 Milliarden Euro nach oben. Die Leverkusener schnitten im Schnitt besser ab als von Analysten erwartet. Insgesamt verdiente Bayer wegen Restrukturierungskosten 546 Millionen Euro nach nur 85 Millionen vor einem Jahr.

Der Free Cashflow sank im dritten Quartal um 11 Prozent auf 1,74 Milliarden Euro, auch aufgrund höherer inflationsbedingter Lagerhaltungskosten und der früheren Abwicklung ausstehender Rabatte in den USA. Für das Gesamtjahr rechnet Nickl nun mit einem freien Cashflow von rund drei Milliarden Euro, das ist eine halbe Milliarde mehr als bisher angekündigt. Dies ist auf niedrigere Vergleichszahlungen für Rechtsfälle als bisher erwartet zurückzuführen. Der freie Cashflow ist besonders wichtig im Hinblick auf Schuldentilgung und Dividendenzahlungen.

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149.000 Klagen gegen Glyphosat

Zuletzt hat die Zahl der Schadensersatzklagen gegen Bayer im Zusammenhang mit dem Unkraut Glyphosat wegen seiner angeblich krebserregenden Wirkung wieder zugenommen. Vorstandsvorsitzender Werner Baumann sprach von 149.000 eingereichten Fällen – nach 141.000 zur Jahresmitte. 108.000 dieser Fälle wurden von Bayer aus Mangel an Beweisen beigelegt oder eingestellt. Diese Zahl hat sich in letzter Zeit nicht erhöht.

Der Fortschritt sei im Vergleich dazu „ein bisschen hart“, räumte Baumann ein. Das liege seiner Meinung nach daran, dass Bayer beim Vergleichen mittlerweile sehr streng sei. Zuletzt gingen fünf Einzelfälle zugunsten von Bayer vor Gericht. Sie arbeiten laut Baumann nach und nach an einem eigenen 5-Punkte-Plan für Glyphosat.

Wie Finanzvorstand Wolfgang Nickl sagte, erwartet Bayer in diesem Jahr rund zwei Milliarden Euro für verschiedene anhängige Rechtsfälle zu zahlen. Das ist deutlich weniger als die zuvor angekündigten 2,5 Milliarden Euro.

LEVERKUSEN (dpa-AFX) /

FRANKFURT (Dow Jones)

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