Einkaufszentren in Deutschland Wie leer stehen die Shopping-Malls

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Von: Patrick Kubocz

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Online-Shopping und Corona – es hat die Einkaufszentren in Deutschland hart getroffen. Doch wie leer stehen die Einkaufszentren und wie sieht ihre Zukunft aus?

Frankfurt – Sie waren einst Zentrum und Treffpunkt für junge Leute in jeder Stadt oder zumindest Ziel von Shoppingtouren. Aber das Einkaufszentrum hat seine besten Zeiten hinter sich. Online-Geschäfte sind für Einkaufszentren schon lange ein Problem. Corona verstärkte diesen Effekt nur noch.

Laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom kauft rund ein Drittel der Deutschen mindestens einmal pro Woche online ein. Favoriten: Bücher, Mode und Elektronik – klassische Artikel, die in einem Einkaufszentrum zu finden sind. Generell hat sich auch das Online-Einkaufsverhalten seit der Corona-Pandemie verändert. Aber was ist heute mit den Einkaufszentren in Deutschland? Sind leere Läden und Flure an der Tagesordnung? Oder kommt es zu einem Revival der Einkaufsmeilen?

Zahl der Shopping-Center stagniert: Zurückhaltende Investitionen in Deutschland Shopping-Center

Der Shopping Center Report des EHI Retail Institute (EHI) beschäftigt sich alljährlich mit der Lage von Shopping Centern in Deutschland. Insgesamt zieht das Retail Research Institute für das vergangene Jahr ein ernüchterndes Fazit. Die Gesamtzahl der Center hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert und bleibt bei 493. Die Investitionsbereitschaft der Betreiber ist jedoch gesunken.

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Einkaufszentrum Skyline Plaza, Europa-Allee, Frankfurt Am Main,
Laut einer Umfrage des EHI unter Mietern von Flächen in Einkaufszentren liegt das Skyline Plaza in Frankfurt im Unzufriedenheitsranking auf Platz neun. © Schöning/Bilder

Während die Zahl der geplanten Malls bei 15 stagniert, haben einige Betreiber die Revitalisierungsbemühungen ihrer Standorte zurückgefahren. Insgesamt sieben Projekte wurden im vergangenen Jahr abgebrochen – nur 20 Zentren werden generalüberholt.

Die Leerstände in Einkaufszentren haben wegen der Corona-Pandemie zugenommen

Leerstände in deutschen Einkaufszentren hat das EHI zuletzt im Februar 2021 bearbeitet. Die Zeitung, die bei fr.de erhältlich ist, gibt an, dass insgesamt 43 Prozent der Einkaufszentren einen Leerstand von bis zu drei Prozent der Mietfläche beklagen. 44 Prozent der deutschen Einkaufszentren weisen eine Leerstandsquote von mehr als fünf Prozent aus – 2019 lag dieser Wert noch bei 19 Prozent.

Einkaufszentren mit einem Leerstand von bis zu 3 Prozent: 66 Prozent Einkaufszentren mit einem Leerstand von bis zu 3 Prozent: 43 Prozent
Einkaufszentren mit einem Leerstand von bis zu 5 Prozent: 15 Prozent Einkaufszentren mit einem Leerstand von bis zu 5 Prozent: 16 Prozent
Einkaufszentren mit einem Leerstand von bis zu 10 Prozent: 10 Prozent Einkaufszentren mit einem Leerstand von bis zu 10 Prozent: 23 Prozent
Einkaufszentren mit mehr als 10 Prozent Leerstand: 9 Prozent Einkaufszentren mit mehr als 10 Prozent Leerstand: 18 Prozent
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Leerstände in Einkaufszentren sind seit der Pandemie gestiegen. Zahlreiche Insolvenzen und Filialschließungen von Einzelhändlern haben diese Entwicklung begünstigt. „Bei der Interpretation der Zahlen muss allerdings berücksichtigt werden, dass der Erhebungszeitraum für diese Befragung der Februar 2021 war. Während des Lockdowns war nur der systemrelevante Einzelhandel geöffnet“, sagt Phillip Lanzerath, zuständig für PR beim EHI. fr.de von IPPEN.MEDIA.

Investitionen in Europas Einkaufszentren auf Hochstand – nur in Deutschland rückläufig

Der Immobiliendienstleister Savills hat in seiner Analyse Investitionen in europäische Einkaufszentren für das erste Halbjahr 2022 vorgelegt. Während die Investitionen im europäischen Gesamtergebnis erstmals seit 2018 gestiegen sind, sind die Summen für deutsche Einkaufszentren im Vergleich zum Vorjahr um rund 100 Millionen Euro gesunken.

Insgesamt gaben Investoren europaweit 5,3 Milliarden Euro für Einkaufszentren aus. An erster Stelle steht Großbritannien mit 20 Prozent des Gesamtinvestitionsvolumens, gefolgt von Frankreich und Spanien. In Schweden hat sich die Marktaktivität im Vergleich zum Vorjahr sogar verdoppelt.

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Die Zukunft der Einkaufszentren in Deutschland: Mit Stadtteilen gegen die düstere Prognose

Die Experten des Shopping-Center-Reports geben eine düstere Prognose für die Zukunft der deutschen Einkaufszentren ab. „Die negativen Entwicklungen auf dem amerikanischen Markt mit Leerständen und hohen Mieten werden bald auch in Deutschland zu beobachten sein“, schreibt das EHI in seinem Gutachten. Aus dieser Prognose rührt auch die Zurückhaltung der Investoren, in neue Projekte zu investieren.

Um diese Entwicklung zu stoppen, versuchen die Betreiber, ihr Eigentum zu überdenken. Die Lösung: Einkaufszentren werden in sogenannte Stadtquartiere umgewandelt. Dies sind Komplexe, die sowohl Gewerbe- als auch Wohnimmobilien anbieten. In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl dieser Quartiere verfünffacht. Besonders beliebt ist dieses Konzept in Metropolregionen. Wie sich ein verlassenes Einkaufszentrum auf eine Stadt auswirken kann, zeigt ein Beispiel aus Wiesbaden: Ein Immobilienfonds zerstörte dort das Einkaufszentrum. (Patrick Kubocz)

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